Dienstag, 18. März 2008

Der kleine Eyecatcher

Auf der Straße habe ich es ja schon immer gemerkt, dass alle gerne Ape gucken. Ein Dreirad im kühlen Norden ist ja auch immer noch ungewöhnlich. Jetzt hat aber auch die örtliche öffentliche Wahrnehmung in Form von Zeitung und Radio ihre Zuneigung entdeckt. Nachdem ich wie alle BerlinerInnen am Wochenende Post vom Regierenden im Kasten hatte, der seine neue Imagekampagne "Sei Berlin" vorstellte, habe ich mir gedacht: Bevor da alle Berliner Selbstdarsteller ihre Geschichte unter die Leute bringen, biste mal schnell. Dann geht man noch nicht so unter. Also ein paar Zeilen geschrieben, ein weniger als passables Rollerfoto hochgeladen und keine 24 Stunden gewartet, bis die Berliner Zeitung vor dem Haus stand und ein Foto machen wollte. Sie wollten über den Start der Kampagne berichten und befanden den Hartzer Roller für passend, das Bildliche herzugeben und die launige Schlussbemerkung ihres Artikels zu schmücken.
Wie immer in solchen Fällen wundert man sich, wer alles so die Berliner Zeitung liest, aber es haben sich mal wieder ein paar alte Bekannte gemeldet. Ist ja auch schön.
Mit diesem medialen Doppelschlag war es dann soweit, dass ich heute morgen auch noch vom Berliner Rundfunk zum "Berliner des Tages" bestimmt wurde und ein Telefoninterview zu einer Tageszeit geben musste, zu der ich normalerweise noch überlege, ob ich rangehe, wenns klingelt... Aber so soll es wohl sein, schließlich muss man ja klotzen, wenn man die Welt auf seine Seite ziehen will:)
Blöd nur, dass das Fünfminuteninterview oder die Vierzeilenerwähnung eigentlich gar nicht meine Welt sind. Da war die Teilnahme am Feature über HARTZ IV für das Deutschlandradio schon eine schönere Sache. Öffentlich-rechtlich halt, mit Zeit ohne Ende. Aber ich will nicht klagen...

Samstag, 15. März 2008

Interkulturelles

Ab April werde ich mal was Neues ausprobieren, nämlich den festen Beratungstermin ohne Terminvergabe. Ermöglicht wird mir das Ganze vom Mehrgenerationenhaus Çamlık in Neukölln. Da es das eigentlich noch gar nicht gibt, war es natürlich einer von diesen verwinkelten Zufällen, der mich da hingeführt hat. Ich suchte mal wieder Sponsoring, weil ich eine weitere Schulung für ein MigrantInnenprojekt durchführen wollte. Ganz alte Netzwerkfäden führten mich dabei bis ins Abgeordnetenhaus, wo ich dann mit ganz jemand anders in Kontakt kam, als ich eigentlich dachte. So funktioniert das wohl und na gut, ich gewöhne mich auch daran.
Jedenfalls fand ich mich bald im Gespräch mit einer ausgesprochen vitalen Person, die das erst im Mai offiziell zu eröffnende Mehrgenerationenhaus bis dahin mit Leben füllen soll (und das offenbar auch tut). Im Ergebnis mache ich dann also erstmals eine regelmäßige Sprechstunde, zu der man einfach reinschneien kann, ohne vorher einen Termin abzumachen. Mal sehen, wie sich das anlässt. Für mich hat es den Vorteil, dass ich bei ganz dringenden Fällen jetzt auf jeden Fall ein persönliches Treffen spätestens innerhalb einer Woche anbieten kann. Auch wenn die bisherigen Termine alle belegt sind. Bislang musste ich in solchen Fällen immer Zusatztermine in der alten schmiede machen oder mich auf Fernberatung kaprizieren, was der Sache nie so ganz gerecht wird.
Andererseits bedeutet ein abgemachter Termin aber für beide Seiten des Beratungstischs auch eine gewisse Disziplin, die ich durchaus zu schätzen weiß. Man hat was abgemacht und hält sich dran. Da bin ich gespannt, wie das freie Fluten funktioniert.
Çamlık ist ja ein interkulturelles Projekt. Und meine rudimentären Türkischkenntnisse sind total verschüttet. Deshalb kündige ich lieber überall vorher an, dass die Beratung auf deutsch stattfindet. Auch hier ist für mich neu, dass ich im Fall von Verständigungsschwierigkeiten auf MitarbeiterInnen von Çamlık zurückgreifen kann. Für alle Fälle krame ich aber gerade mein altes "Günaydın"-Türkischbuch wieder hervor, damit ich wenigstens beim Drumherum ein paar Worte verlieren kann...