Freitag, 4. April 2008

Haupt- und Nebenwidersprüche

Ich habe nach längerer Zeit mal wieder in eigener Sache einen inhaltlichen Antrag gestellt und durfte so voller Demut erleben, was meinen BeratungskundInnen auch immer widerfährt. Es ging um elektrische Energie im Haushalt. Da bin ich vorbelastet, weil schon mein Vater selig Freileitungsmonteur war und auch mein Bruder zunächst Elektriker lernen musste, bevor er Lehrer werden durfte. Strom also.

Ich berief mich auf ein Urteil aus Frankfurt am Main, in dem das Jobcenter verurteilt wurde, einer Frau den Teil ihrer Stromrechnung zu begleichen, der nicht vom Regelsatz abgedeckt ist. Das mache ich auch, dachte ich mir, denn auch meine Stromrechnung ist natürlich höher als der Stromanteil im Regelsatz. Von dem kann man ja eigentlich nicht mal einen Kühlschrank das ganze Jahr betreiben...

Dass mein Antrag abgelehnt wurde, damit habe ich gerechnet, weil ich ja etwas forderte, was so nicht üblich ist. Jetzt habe ich aber auch einen ablehnenden Widerspruchsbescheid bekommen. Interessant war die Begründung: Die Fälle seien nicht vergleichbar, weil die Frankfurterin ihren Strom angeblich über den Vermieter abrechnete, ich aber eine Rechnung meines Stromversorgers vorgelegt hätte. Hatte ich auch. Die Frankfurterin allerdings ebenso. Das steht sogar ausdrücklich im Urteil. Ich hatte in meinem Widerspruch darum gebeten, doch in irgendeiner Weise Bezug auf das von mir genannte Urteil zu nehmen. Aber der Sachbearbeiter hat da offenbar seine ganz eigene Lesart entwickelt. Im Übrigen, so führte er weiter aus, dürfte dem Urteil des Frankfurter Sozialgerichts "kaum zu folgen" sein. Ob ich diese qualifizierte Einschätzung eines Jobcentersachbearbeiters jetzt dem Sozialgericht in Frankfurt mitteilen soll? Nein, ich spreche lieber mal mit meiner Anwältin und bereite mich auf eine weitere Klage vor...

Der Mangel an zündenden Ideen

Letzte Woche blieb er stehen, der Roller. Motorheulen, langsam werden, aus is. Werkstatt angerufen, abschleppen lassen und eine Woche gewartet, weil angeblich zwei Teile in Pisa bestellt werden mussten. Das kennt man ja von seiner Espressomaschine, wenn die Gummidichtung mal wieder hin ist.
Als ich dann zum Abholen kam, wusste erstaunlicherweise niemand so richtig, woran es gelegen haben könnte. Den Vergaser hätten sie zwar ausgetauscht, weil ja nun mal ein neuer aus Italien da war, aber kaputt war der alte nicht. Man einigte sich auf eine defekte Zündspule. Wenn mir das jetzt eher spanisch als italienisch vorgekommen wäre, hätte ich goldrichtig gelegen. Denn nach 500 Metern stand ich wieder...
Also nochmal in die Werkstatt, und einen weiteren Tag später stellte sich heraus, dass von Anfang an nur eine Zündkerze gebrochen war. Ich werde darüber nachdenken müssen, die Werkstatt zu wechseln. Gut nur, dass ich mir für solche Fälle ein kleines Rollkofferbüro zugelegt hatte und während dieser Woche ausnahmsweise der öffentliche Personennahverkehr nicht streikte!